Stille Kirche im Sommer

Stille Kirche im Sommer

 

2010 – Als Beitrag zum „Jahr der Stille“ gibt es zu ersten Mal die „Stille Kirche im Sommer“. Die Mitarbeiterinnen des Frauentreffs greifen eine Anregung aus den Materialien zum Jahresmotto auf und gestalten die Kirche mit Texten, die zum Stillwerden, Meditieren, Beten einladen.

 

Texte auswählen, sie in Gestaltungselemente umsetzen, dabei verschiedene Materialien und Gegenstände aussuchen und bei der Gestaltung sinnbildlich verwenden, dann Aufbau in der Kirche, dazu die Bibeltexte sowie Impulsfragen für den Betrachter hinzufügen – das sind die Schritte bei der Planung und Durchführung der Aktion.

 

 

2011 veröffentlichte die „Hohenloher Zeitung“ unseren folgenden Artikel:

 

 

INGELFINGEN   Wie im vergangenen Jahr öffnet die Evangelische Kirchengemeinde Ingelfingen auch in diesem Juli wieder ihr Gotteshaus für Besucher, die in der „Stillen Kirche im Sommer“ zu Ruhe und Besinnung kommen möchten. Wieder haben kreative Mitarbeiterinnen des Frauentreffs fantasievolle und eindrückliche Installationen zu verschiedenen Bibelstellen gestaltet, die das Wort Gottes mit allen Sinnen erlebbar werden lassen.

 

Passend zum Jahresthema „Meine Kirchengemeinde – ein Stück Heimat“ liegen den Gestaltungen verschiedene Bibelworte zugrunde, die mit Nachhausekommen und Daheimsein zu tun haben, wie z.B. das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

 

Von Montag, 18. Juli an, bis zum Sonntag, 24. Juli ist die Nikolauskirche den ganzen Tag über geöffnet – für alle, die in die eindrucksvoll gestalteten Erlebnisräume eintauchen möchten, die durch Betrachten, Fühlen,  Nachdenken und Beten zu sich selbst finden und Gottes Nähe erfahren wollen. Vor allem die späten Nachmittags- und frühen Abendstunden laden zum Verweilen in der stillen und kühlen Kirche ein.

 

Von Montag bis Samstag gibt es jeweils um 20.30 Uhr zum Tagesabschluss eine kurze Andacht. Am Sonntag, 24. Juli wird die Woche der „Stillen Kirche im Sommer“ mit dem Gottesdienst um 9.30 Uhr abgeschlossen.

 

Die Evangelische Kirchengemeinde lädt alle Interessierten, Kühle und Ruhe Suchenden aus nah und fern ein, der „Stillen Kirche im Sommer“ einen Besuch abzustatten.

 

 

Auch in den folgenden Jahren 2012-2014 wird jeweils das Jahresmotto unserer Gemeinde den Installationen zugrunde gelegt.

 

Ab 2013 sind weitere Mitarbeiterinnen beteiligt, die nicht aus dem Frauentreff stammen, im Jahr 2014 auch erstmals ein Mann sowie Mädels und Jungs aus dem Jugendkreis.

 

 

Die Planung beginnt idealerweise in den Frühlingsmonaten, Ideen werden gesammelt, mögliche Bibeltexte zum Jahresthema ausgesucht. Dann geht es in weiteren Treffen um die weitere Ausarbeitung und Ausgestaltung, was zum Teil auch als „Hausaufgaben“ für Einzelne oder kleine Teams weitergeführt wird. Der Aufbau erfolgt erst kurz vor Beginn der eigentlichen Aktion. Davor müssen die ganzen benötigten Materialien besorgt, zusammengestellt und zur Kirche transportiert werden. Für den eigentlichen Aufbau im Gotteshaus sollten 2-3 Tage eingeplant werden, wobei meist in kleinen Teams im Wechsel gearbeitet wird.

 

 

 

 

Über die Jahre 2013 und 2014 gibt der Artikel-Entwurf für das Magazin „3E“ (abgedruckt wurde eine kürzere Version) nähere Informationen:

 

 

Kühle Kirche

 

Wohin in der Sommerhitze in Ingelfingen? Ins Schwimmbad? Nein. In die Kirche!

 

Inspiriert von Anregungen zum „Jahr der Stille“ 2010, entwarfen Mitarbeiterinnen des Frauentreffs in der evangelischen Nikolauskirche Ingelfingen das Projekt „Stille Kirche im Sommer“. Bibeltexte wurden durch Installationen im Kirchenraum sinnlich erfahrbar gemacht. An verschiedenen Stationen galt es das Evangelium zu sehen, zu fühlen, zu schmecken und zu begehen.

 

In der Hitze des Alltages in Gottes Dimension eintauchen

 

Und die Leute? Die kamen. An den heißen Sommertagen suchten sie die Kühle der Kirche, um sich dort innerlich und äußerlich zu erfrischen. Eine Besucherin äußerte sich: „Hier kann ich nachdenken und in Gottes Dimension eintauchen.“

 

Jeweils eine Woche lang gab es abends um 20.30 Uhr eine kurze Andacht mit weiteren Gedanken zur Thematik. Außerdem wurde der thematische Schwerpunkt jeweils im Gottesdienst aufgegriffen. Im Sommer 2013 ging es um den Streit zwischen den Hirten von Abraham und Lot aus dem Genesis-Buch und um dessen Beilegung – mit Impulsfragen zum eigenen Verhalten. Die Josefsgeschichte mit dem Bruderzwist und der Versöhnung am Ende lieferte ebenfalls Anstöße zum Nachdenken über persönliche „Brunnen-Erfahrungen“. Zachäus‘ Begegnung mit Jesus zeigte auf, wie ein Zusammentreffen mit Jesus das Leben verändern kann. Und auch die schwierig darzustellende Passage von der Versöhnung mit Gott und vom „Anziehen des neuen Menschen“ wurde eindrücklich aufbereitet.

 

Im Jahr 2014 war das Motto „Umsorgt von Gott und Menschen“. Zum ersten Mal gestaltete auch ein Mann aus der Gemeinde die Installation mit. Diesen Sommer wurde aufgegriffen, wie Gott den Propheten Elia und die Witwe von Zarpat in Dürrezeiten versorgt. Manna gab es im Wüstenzelt als kleine Popcorn-Ration zu finden und zu essen: Vor allem die Kinder waren begeisterte „Manna“-Sucher. Und eine von der Decke herabzulassende Tragebahre veranschaulichte das Ereignis, als vier Männer ihren gelähmten Freund vom Dach zu Jesu Füßen abseilten.

 

Chance zum Beten und zur Selbstfindung

 

Die Ingelfinger Kirche setzt Sommer für Sommer mit ihrem (Kühl-)Turm ein erfrischendes und einladendes Zeichen im Städtchen. Eine ältere Frau beschrieb ihre Erfahrung so: „Das ist großartig. Hier kann ich gute Gedanken fassen, beten und zu mir selbst finden.“ Stimmen wie diese ermutigen die Beteiligten, auch 2015 wieder die Kirchentüren – nicht nur in der Mittagshitze – zu öffnen.

 

 

Die beigefügten Bilder zeigen verschiedene Ansichten der Installationen aus dem Jahr 2013 sowie das Einladungsposter für die Schaukästen aus dem gleichen Jahr. Auch ein Beispiel eines Liturgieblatts für die Abendandachten kann hier aufgerufen werden.