Aktuelle Gottesdienste

Wochenspruch: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christ erfüllen.“

                                                                                                                     Lukas 19,10

 

Freitag: 03. Juli 2020

18:30 Uhr Vorbereitung zur KiBiWo / GH, großer Saal

Sonntag: 05. Juli 2020-4. So. n. Trinitatis

09:30 Uhr Gottesdienst / Prädikant EpplerDie Infektionsschutzmaßnahmen gelten auch künftig: eingeschränkte Besucherzahl, Zugang nur aus Richtung Grabenweg, Mund- und Nasenschutz beim Kommen und Gehen, eigenes Gesangbuch.-Das Opfer ist zum Tag der Diakonie bestimmt-

 

Und weiter gilt auch die herzliche Einladung: Pfr. Epple stellt weiterhin für jeden Sonntag eine Predigt auf die Website der Kirchengemeinde (www.meine-kirchengemeinde.de/gottesdienst/).

Jeden Abend um 19:30 Uhr: „Läuten der Kirchenglocken“ – Sie sind eingeladen, eine Kerze ins Fenster zu stellen und verbunden mit anderen Christen gemeinsam zu beten.

 

Vorankündigung: Tauftage:10:30 Uhr So. 18. Okt. / 08. Nov. 202014:00 Uhr Sa. 17. Okt. / 07. Nov. 2020

 

Einladung zu den Vorbereitungsabenden für die KiBiWoDas Thema der diesjährigen Kinderbibelwoche ist„Servus Paulus!“

Wer Interesse hat, dieses Jahr bei der KiBiWo mitzuhelfen, ist herzlich eingeladen! Die KiBiWo

findet in der letzten Sommerferienwoche von Montag bis Donnerstag statt. Es kann auch an einzelnen Tagen mitgearbeitet werden.Wir treffen uns an den Freitagen, 03. Juli und 17. Juli und an den Dienstagen, 07. Juli und 21. Juli 2020 jeweils um 18:30 Uhr im Ev. Gemeindehaus, großer Saal. Damit unsere KiBiWo wieder zustande kommen kann, freuen wir uns auf viele neue und auch auf altbekannte Gesichter!

 

 Herzliche Einladung zum Einführungsabend zu „Stille Kirche im Sommer“
am Mittwoch, 08. Juli 2020 um 19:00 Uhr im Ev. Gemeindehaus, großer Saal

Inzwischen kennt der eine oder andere schon die Stille Kirche im Sommer. Wer gerne mitarbeiten und sich einbringen möchte, ist herzlich eingeladen.
Es ist für Jung und Alt interessant. Wir freuen uns über alle Interessierten, die an diesem Abend dazukommen.

Es sind keine biblischen Vorkenntnisse nötig. Schauen Sie ganz unverbindlich vorbei und entscheiden dann selbst, ob Sie sich angesprochen fühlen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind, auch wenn Sie beim ersten Treffen nicht kommen konnten!
Pfarrer Thomas Epple

Der Aufbau zur Stillen Kirche im Sommer ist am Samstag, 25. Juli 2020 ab 10:30 Uhr in der Nikolauskirche geplant, kann nach Absprache aber auch variabel gestaltet werden.
Beginn ist am 26. Juli 2020 um 09:30 Uhr mit einem Auftaktgottesdienst in der Nikolauskirche. Die Stationen können bis
23. August 2020 besucht werden.

 

 

 

Predigt am 28.6.2020 in Ingelfingen über Mi. 7, 18-20; Thema: Segensstrom statt Restwasser

 

 

 

Liebe Gemeinde!

 

Haben Sie schon einmal etwas vom Restwasser gehört? Das ist ein Begriff aus der Wasserwirtschaft und dem Umweltschutz. Und dort wird dies im Zusammenhang mit Kraftwerken an Bächen oder Flüssen verwendet. Denn eine solche Stauanlage bedeutet einen deutlichen Eingriff in die natürlichen Gegebenheiten. Schließlich wird das Gewässer so auf seinem Lauf angehalten. Und dadurch ändert sich vieles: Auf der einen Seite entsteht ein großer See. Die Staumauer stört im Landschaftsbild. Und unterhalb davon liegt das Flussbett trocken. Dadurch verödet es. Und wasserabhängige Lebewesen können so natürlich nicht überleben.

 

Um diesen starken Eingriff in die Natur abzumildern, gibt es das Restwasser. Das ist die gesetzlich festgelegte Menge, die nach der Entnahme im Gewässer verbleiben muss. Sie stellt sicher, dass der Lebensraum „Fluss“ auch im Unterlauf erhalten bleibt. Und in der heutigen Zeit wird so etwas bei jedem Kraftwerksbau gleich mit eingeplant. Sodass das Gewässer in jeder Hinsicht lebendig bleibt.

 

An solches Restwasser musste ich auch beim Lesen unseres heutigen Abschnitts denken. Denn dieses Wort ist ja ernst. Und das vor allem dadurch, dass da von Sünde, Schuld, sowie Zorn Gottes die Rede ist. Denn die Sünde ist etwas, das das Leben nicht nur stört. Sie verhindert vielmehr, dass es sich entfalten kann. Ja, sie kann sogar seinen Fortgang hemmen. Manche, die an Gott und ihrem Nächsten schuldig geworden sind, leben trotzdem unbekümmert weiter. Aber viele leiden auch unter dem, was in ihrem Leben schiefgelaufen ist. Sie trauern zerbrechenden oder bereits zerbrochenen familiären Beziehungen nach. Und sie möchten liebloses oder rücksichtsloses Verhalten gerne rückgängig machen. So aber staut sich innerlich viel Traurigkeit, oder manchmal sogar Verzweiflung an. Sodass viele erkennen: Gelingende Beziehungen, gelingendes Leben, das ist nichts Selbstverständliches.

 

Unser heutiger Abschnitt zeigt jedoch: Das Leben muss nicht durch gefühlte Hoffnungslosigkeit innerlich ausdörren. Es gibt da vielmehr für den, der schuldig geworden ist, einen Ausweg. Und das lässt sich damit vergleichen, dass es hinter jeder Staumauer mit Restwasser weitergeht. Wie all dies geschehen kann, dazu entdecke ich hier drei Hinweise.    

 

1.) Die Schuld hemmt das Weiterkommen

 

2.) Die Gnade bringt zum Staunen

 

3.) Die Treue führt zum Leben

 

Zum ersten: Die Schuld hemmt das Weiterkommen

 

„In mir hat sich viel angestaut!“ Dies haben so oder ähnlich die Meisten von uns sicher schon gehört. Oder sie können sich in dem, was damit gesagt wird, sogar selbst wiederfinden. Denn manchmal stürmt wirklich sehr vieles auf uns ein. Beruflich und auch privat sind wir sehr eingespannt. Viele haben dabei Wünsche und oft genug sogar ausgesprochen hohe Erwartungen an uns. Da ist oft gar nicht alles zu erfüllen. Und schon so etwas kann dafür sorgen, dass jemand innerlich unzufrieden ist. Aber dazu kann auch noch so manches dazukommen. Das sind erlebte oder anderen zugefügte Verletzungen. Etwa durch Mobbing im Beruf. Oder, weil in der eigenen Familie auf einmal völlig unterschiedliche Vorstellungen zutage treten. Dies kann bei der Wahl des Urlaubsziels der Fall sein. Oder auch ganz allgemein im täglichen Zusammenleben. Und da ist dann Ärger manchmal schon vorprogrammiert.

 

Durch so etwas kann sich innerlich wirklich sehr viel anstauen. Was sich angestaut hat, möch-te sich aber auch irgendwann und irgendwie entladen. Es möchte sich Bahn brechen. Und wohin so etwas führen kann, ließ sich leider vergangenes Wochenende in Stuttgart erleben. Denn es kann gar nicht anders sein: Für einen solchen Ausbruch an roher Gewalt müssen die Ursachen tiefer liegen. Da haben sich wohl manche innerhalb der Gesellschaft über einen längeren Zeitraum hinweg unverstanden gefühlt. Als Außenseiter, die mit ihren Anliegen nicht ernstgenommen werden.

 

Durch so etwas können diese schlimmen Untaten natürlich niemals gerechtfertigt werden. Aber es zeigt mir doch ganz klar: Viele scheinen mit sich, mit Gott, mit der Welt nicht im Reinen zu sein. Dies hemmt sie in ihrem Leben. Und das hindert sie daran, weiterzukommen. Sei es in ihrer persönlichen Entwicklung. Oder sei es, dass sie für sich dadurch keine berufliche Zukunft sehen.  

 

Schuld hemmt das Weiterkommen. Sie verhindert das Leben. Und das gilt; ganz gleich, ob jemand Schweres erlebt hat oder selbst schuldig geworden ist. Wobei genau dies oft auch recht nahe beieinander liegt. Denn mancher, der von andere niedergemacht wird, wird dadurch bitter. Irgendwann hält er es nicht mehr aus. Und dann schlägt er doppelt hart zurück. Genau das ist jedoch der Stoff, aus dem die schweren Eskalationen gemacht sind. Ziemlich sicher auch die vom vergangenen Wochenende in Stuttgart. 

 

Aufgestautes entlädt sich oft unkontrolliert. Aber dies ist dem Leben erst recht nicht förderlich. So aber dreht man sich im Kreis und findet erst recht keine Ausweg. Vielmehr gerät so mancher eher noch tiefer in den Strudel der Hoffnungslosigkeit hinein.

 

So hatte dies auch damals das Volk Israel erfahren müssen. Es hatte wiederholt Gottes Weisungen, die zum Leben führen sollten, missachtet. Sodass auch sie zwischenzeitlich nicht mehr wussten, wie es weitergehen soll. Aber Gott selbst hatte ihnen hier einen neuen Weg gezeigt. Diesen zeigt er auch uns heute, und damit komme ich zu

 

2.) Die Gnade bringt zum Staunen

 

Das Restwasser einer Stauanlage kann auf verschiedene Art weiterfließen. Manchmal ist dafür an der Seite ein bisschen Platz gelassen. Manchmal rinnt es aber auch unter dem Wehr hervor und breitet sich dann im Flussbett aus. Und in diesem Zusammenhang sehe ich die Worte unseres Abschnitts, in denen es heißt: „Er erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest.“

 

Das ist Gnade: Das es da weitergeht, wo es eigentlich nichts mehr zu hoffen gibt. Dass dort ein Weiterweg geöffnet wird, wo alles zu spät zu sein scheint. Und dabei entsteht oft auch dieser Eindruck: Es sind nur wenige, die auf Gottes Wort hören. Und zwar so, dass sie Buße tun, dass sie umkehren und sich von ihm führen lassen. Das scheint manchmal wirklich nur ein kleiner Rest zu sein.

 

Andererseits lädt Gott aber bis heute alle zu sich ein. Da muss sich niemand ausgeschlossen fühlen. Denn in unserem Abschnitt heißt es ja: „Er hält an seinem Zorn nicht ewig fest.“ Was für mich auch bedeutet: „Er hält uns nicht ewig fest in dem, womit wir selber nicht mehr klarkommen. Wir müssen nicht bei dem bleiben, was sich in uns immer wieder so anstaut. Und „Er vergibt die Sünde“, dafür lässt sich auch übersetzen: „Er trägt sie weg.“

 

Dabei sehe ich auch schon klar den Bezug zum Sohn Gottes. Denn als Johannes der Täufer Jesus am Jordan entlanggehen sah, sagte er: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde hinwegträgt.“ Dies gilt, so wird es hier deutlich, für alle. Und Jesus bekräftigt dies auch selber noch indem er sagt: „Wer zu mir kommt, den stoße ich nicht hinaus.“

 

Keiner muss sich hier zu schuldig, zu unscheinbar oder zu unwichtig fühlen. Jeder ist von Gott gewollt. Jeder ist von ihm bedingungslos geliebt. Und jeder ist bei ihm willkommen. Wie sehr das gilt, dafür findet sich in unserem Abschnitt ein ganz besonderes Bild. Denn da heißt es ja: „Er wird alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“ Die Niederländerin Corrie ten Boom sagte hierzu einmal in einem Vortrag: „Gott wirft unsere Schuld dorthin, wo das Meer am tiefsten ist. Und dann stellt er am Ufer ein Schild auf mit der Aufschrift: „Fischen verboten“.

 

Jesus hat am Kreuz von Golgatha alles auf sich genommen. Diese Gnade bringt uns zum Staunen. Und sie macht uns dafür dankbar, dass wir unbelastet weiterleben können. Weil Jesus uns die Last abgenommen hat. Darum kommen wir auch als Gemeinde zusammen: Weil wir miteinander Gott loben wollen. Weil wir ihm dafür danken wollen, dass er neu der Herr unseres Lebens ist. Und wir kommen auch zusammen, weil wir auf ihn hören wollen. Denn wir brauchen sein Wort, das uns den Weg weist. Das uns zeigt, wie wir leben können. Ja, das uns zwischendurch auch stärkt und aufrichtet. Manchmal ist es dabei auch gut, dass wir daran erinnert werden. Du stehst unter der Gnade. Es braucht für dich keine Ausweglosigkeit mehr zu geben. Wohl gelingt uns auch weiterhin nicht alles. Aber es gilt der Zuspruch, und das ist

 

3.) Die Treue führt zum Leben

 

In diesem Abschnitt kommen zwei Personen vor, die jeweils auf besondere Art zeigen: Gott steht zu seinem Wort. Das, was er angefangen hat, führt er auch zu Ende. Abraham ist in diesem Zusammenhang genannt. Denn ihn hatte Gott ganz aus seinem seitherigen Leben herausgerufen. Hatte gesagt: „Geh weg aus deiner Heimat. Verlasse deine Familie. Und wandere in ein Land, das ich dir zeigen werde.“

 

Abraham war bereit, diesen Weg mitzugehen, weil er auf Gott vertraute. Wobei dieser Glaube aber auch immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Denn Abraham hatte lange warten müssen bis er den verheißenen Sohn bekam. Und seine Altersuhr tickte dabei unablässig weiter. Aber die Treue Gottes hielt ihn hier fest; durch alle Anfechtungen hindurch. Und dann war da noch Jakob. Er meinte, der Führung Gottes durch Hinterlist sowie Betrug nachhelfen zu müssen. Dafür musste Jakob durch manche schwere Zeit gehen, aber Gott ließ ihn nicht los.

 

In einem heutigen Kinderlied heißt es auch: „Vater Abraham hat viele Kinder.“ Und damit ist gemeint: Durch den Glauben sind viele Abrahams Kinder. Denn sie gehören so zur großen Familie Gottes. Dabei haben sie es auch selbst schon erlebt: Es lohnt sich, Jesus als persönlichen Herrn des Lebens anzunehmen. Es lohnt sich, ihm die Kommandobrücke des Lebensschiffs zu übergeben.

 

Aber sie haben dabei auch erkannt, und das ist oft genug auch meine persönliche Erfahrung: Wohl gibt es Zeiten, in denen wir im Blick auf den Glauben einen ausgesprochenen Lauf haben. Da erkennen wir klar, wie Gott uns führt, ja, wie Jesus an unserer Seite ist. Aber es gibt in jedem Glaubensleben auch die schweren Stunden. Da scheint uns Altes zurückziehen sowie festhalten zu wollen. Schuld, die wir längst vor Gott sowie unseren Mitmenschen bekannt haben. Oder wir sehen in einer wichtigen Lebensentscheidung den Weg nicht mehr klar vor uns. Da trauen ihm manche dann auf einmal nicht mehr so viel zu.

 

Aber gerade dann lässt es sich erkennen: Es ist seine Treue, die uns hält und trägt. Und da passt der Vergleich mit dem Restwasser nicht. Denn was er uns schenkt, ist eher einem Strom vergleichbar. Einem Segensstrom, der uns regelrecht zufließt. Da können wir Schuldgefühle sowie angestaute Nöte hinter uns lassen. Und wir können freudig entdecken: Seine Treue führt zum Leben.

 

Dabei meint Leben jedoch mehr als dass Atmung und Puls funktionieren. Denn Jesus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben und überfließende Fülle haben.“ Darunter verstehe ich: Wir dürfen im „jetzt“ leben. Wir dürfen dies dankbar aus Gottes Hand nehmen. Und wir dürfen es genießen. Aber der Blick geht auch schon weiter: Nämlich auf das, was nach diesem Leben kommt. Das ist für den, der Jesus vertraut, das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit. Der Blick darauf ist keine billige Vertröstung. Vielmehr gibt uns dies Hoffnung, die mehr ist als: „Hoffentlich habe ich beim Lotto die richtigen Zahlen getippt.“      

 

Manchmal ist die Lage, in die jemand geraten kann, ernst. Hoffnungslos ist sie jedoch nie. Bei einem Kraftwerk gibt es trotz allem Stau Restwasser. Dadurch geht es hinter der Mauer oder dem Wehr weiter. Und bei uns ist es Gott, der nicht nur dafür sorgt, dass es irgendwie weitergeht. Er sorgt vielmehr dafür, dass es gut weitergeht. Oft hemmt die Schuld das Weiterkommen. Aber gerade dann bringt uns die Gnade zum Staunen. Und seine Treue führt uns zum Leben. Er zeigt uns den Weg, den wir gehen können. Diese Erfahrung wünsche ich uns allen. Amen.