Aktuelle Gottesdienste

Wochenspruch: „Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“                                                                           Johannes 3,14b.15

 

Sonntag: 05. April 2020-6. So. der Passionszeit – Palmsonntag: Kein Gottesdienst

Aber herzliche Einladung:

Pfr. Epple stellt für jeden Sonn- und Feiertag eine Predigt in gedruckter Form auf die Website der Kirchengemeinde (www.meine-kirchengemeinde.de/gottesdienste/)

 

Zusätzlich ist diese Predigt von Pfarrer Epple auch hier zu sehen und zu hören:

 

https://youtu.be/YYAuQlxt15k 

Sollten Sie keinen Internetzugang haben, lassen wir Ihnen die Predigt auch gerne per Post zukommen.

Und jeden Abend um 19:30 Uhr: „Läuten der Kirchenglocken“
Die Gemeinde ist eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen, indem jeder um 19:30 Uhr eine Kerze ins Fenster stellt und verbunden mit anderen Christen gemeinsam betet.

Aktion: „Gemeinsam hilft“

Unsere Kirchengemeinde hat für Ingelfingen, Criesbach und Lipfersberg einen Einkaufsdienst organisiert. Er soll besonders Corona-Gefährdeten sowie solchen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, zugutekommen.Die Einkäufer legen das Geld aus und bekommen es von Ihnen bei der Übergabe der Einkäufe.Kontakt über Tel. 07940/4554 oder per Mail an pfarrer@meine-kirchengemeinde.de

Zusätzlich verweisen wir auf diverse

Gottesdienstangebote am So. 05.04.20201. Im Fernsehen: (Kabel oder Satellit)

ZDF-9.30 Uhr Kath. Gottesdienst aus dem Wiener Stephansdom

Bibel.TV

-10.00 Uhr Gottesdienst aus der Evang.-freik. Gemeinde Imhausen / Pastor Steffen Schulte-11.30 Uhr Gottesdienst aus der Ev. Chrischona-Gemeinde in Heinebach/Pastor Raimund Schwarz

2. Im Radio:

ERF (Kabel, DAB+ oder Satellit)10.00 Uhr Gottesdienst zu Palmsonntag aus der Ev. Chrischona-Gemeinde in Heinebach (Wiederholung: 14:00 und 22:00 Uhr)

3. Im Internet

Hier finden Sie eine Vielzahl von Gottesdiensten und weiteren Angeboten in den Mediatheken der Sender. “Klicken” Sie doch einfach mal rein:

www.erf.de   /    www.bibeltv.de

Sollten Sie Hilfe beim Einstellen der Sender benötigen, eine gedruckte Programmzeitschrift von Bibel.TV oder ERF wünschen, dann wenden Sie Sich bitte an Herrn Leiser (Tel.: 8016). 

 

 

Predigt am 5.4.2020 (Palmsonntag) in Ingelfingen über Mk. 14, 1-9; Thema: Unter dem Vorzeichen des Kreuzes

Liebe Gemeinde!

 

Musik ist etwas Wunderbares. Vor allem auch deshalb, weil es davon viele verschiedene Arten gibt. Manche bevorzugen eher Rock. Andere dagegen freuen sich über Orgelklänge. Und mir gefallen englische Volkslieder besonders gut. Diese Aufzählung lässt sich auch noch fortsetzen. Und ich bin mir hier ganz sicher: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.  

 

Ja, es gibt viele Arten von Musik. Aber sie alle haben eins gemeinsam: Ohne Noten geht es nicht. Denn sie geben ja an welcher Ton wie lange gesungen wird. Daraus ergeben sich dann Takt und Melodie. Diese Noten zu lernen, ist nicht ganz einfach, aber möglich. 

 

Bei manchen Liedern kommt hier jedoch nochmals etwas Zusätzliches dazu. Sie haben nämlich ein sogenanntes Vorzeichen. Manchmal wird dies „Kreuz“ genannt; obwohl es nicht so aussieht. Vielmehr hat es die Form einer kleinen Leiter mit zwei Sprossen#. Meist wird es am Anfang einer Notenreihe angebracht, und das reicht auch völlig aus. Es muss nicht einmal oder mehrmals wiederholt werden. Vielmehr erkennt der, der es sieht, auf diese Weise: Alles, was nun folgt, ist unter diesem Vorzeichen zu verstehen. Bestimmte Noten müssen dadurch nun einen halben Ton höher gesungen oder gespielt werden. Und auf diese Weise bekommt das Musikstück seine ganz bestimmte Eigenart.

 

Für unsere Welt und ihre Geschichte gibt es auch immer wieder so etwas wie Vorzeichen. Im Moment scheint dies in der Hauptsache das Coronavirus zu sein. Schließlich beherrscht es gerade zu großen Teilen sowohl die Nachrichten als auch viele zwischenmenschliche Gespräche. Das ist einerseits nicht nur richtig, sondern auch wichtig. Denn gilt, diese sich weltweit verbreitende Krankheit sehr ernst zunehmen. Und es ist darüber hinaus bedeutsam, zu erfahren, wie wir uns am besten davor schützen können. Darüber gibt es ja immer wieder neue Erkenntnisse. Und davon erfahren wir ebenfalls aus den Nachrichten. 

 

Aber es gibt auch noch andere Vorzeichen. Sogar solche, die uns noch mehr bestimmen können als dieses Virus. So sagt es uns auch unser heutiger Abschnitt. Denn er beginnt damit, dass die Oberen des Volkes nun endgültig beschließen, Jesus zu töten. Nicht lange danach starb er dann ja auch tatsächlich am Kreuz. Und dieses Kreuz bestimmt nicht einfach nur, wie Noten zu singen sind. Es ist vielmehr seitdem das besondere Vorzeichen für die Welt. Denn es gibt ihr eine neue Grundmelodie. Ja, es gibt ihr sogar eine völlig neue Geschichte. Und dies lässt sich in drei Hauptgedanken zusammenfassen: Unter dem Vorzeichen des Kreuzes

 

1.) Stirbt einer für alle

2.) Entdecken manche neue Weges des Gotteslobes

3.) Finden viele zu neuem Glauben

 

Zum ersten: Da stirbt einer für alle

Martin Luther sagte einmal: „Die Heilige Schrift erklärt sich selbst.“ Und er meinte damit: Nicht alle Stellen in der Bibel sind auf Anhieb leicht zu verstehen. Viel mehr gibt es auch einige, die schwerer zu verstehen sind. Doch dann gibt es oft auch andere Stellen, durch die das Schwierige leichter verstehbar wird. Oder es kann auch sein, dass Bibelworte sich ergänzen, was dann ebenfalls zu besserem Verstehen führt.  

 

Letzteres erkenne ich am Beginn unseres heutigen Abschnitts. Denn da heißt es ja, dass Jesus umgebracht werden soll. Und dabei sagen die Oberen des Volkes auch zueinander. „Ja nicht beim Fest, damit es nicht einen Aufruhr beim Volk gebe.“ Eine Stelle im Johannesevangelium bezieht sich ebenfalls auf diesen Tötungsbeschluss. Da sagt der Hohepriester Kaiphas und er meint damit ebenfalls, dass ein Aufruhr vermieden werden soll: „Es ist besser, ein Mensch sterbe für das Volk als dass das ganze Volk verderbe.“ 

 

Vordergründig hat er damit den Plan, Jesus zu beseitigen, ohne viel Aufsehen zu erregen. Was er aber sicher nicht weiß: In dem Augenblick, in dem er das ausspricht, wird er geradezu zum Propheten. Dann er nennt damit ja auch einen ganz anderen Plan. Nämlich den, den Gott gefasst hat, um die Welt zu retten: Einer soll für das ganze Volk, ja für alle Menschen, sterben. Er nimmt alles auf sich, was je an Sünde, an Schuld geschehen ist. Er trägt es an unserer Statt am Kreuz. Seitdem hat unsere ganze Weltgeschichte dieses Kreuz als Vorzeichen. Und der wichtigste Satz aus der sich daraus ergebenden neuen Melodie lautet: „Es ist besser, ein Mensch sterbe für das Volk als dass das ganze Volk verderbe.“ 

 

So wollte es Gott. So will er es bis heute. Und weil das so ist, kann daraus auch für jeden Einzelnen eine neue Lebensmelodie werden. Für jeden Einzelnen, der an Jesus glaubt, sowie ihn als seinen persönlichen Retter annimmt. Das ist eine große Chance, umzukehren sowie nochmals ganz von vorne anzufangen. Denn bei so manchem haben sich im Laufe der Jahre ziemlich schrille Missklänge eingeschlichen. Sei es im Umgang mit anderen. Oder sei es auch im Umgang mit Gott selbst. Denn vielen ist er gleichgültig geworden. Sie sehen ihn, wenn überhaupt, nur noch als irgendeine höhere Macht an. Oder sie denken, dass er ja doch nur darauf aus ist, sie zu betrafen. Und dann hoffen sie, dass er sie wenigstens in Ruhe lässt. 

 

Wer so lebt, verliert irgendwann jeden Halt. Denn nur die Ordnungen des Schöpfers helfen uns, den Geschöpfen, zu einem gelingenden Leben. Doch durch Jesu Sterben und Auferstehen hilft uns Gott, unser Leben wieder neu zu ordnen. Da kann alte Schuld ausgeräumt sowie vergeben werden. Aber auch andere Altlasten wie erlebte Kränkungen oder beunruhigende schwere Erinnerungen, können so abgelegt werden. Bei Jesus am Kreuz. Da stirbt einer für alle. Dies war zunächst einmal ein schreckliches Geschehen. Schließlich ist das Kreuzigen die schlimmstmögliche Hinrichtungsart. Aber, so schreibt Paulus: „Gott war in Christus und versöhnte so die Welt mit sich.“ Und es lässt sich ergänzen: Er stellte sie damit unter ein neues Vorzeichen. Darunter steht auch, und das ist

 

2.) Manche entdecken neue Wege des Gotteslobes

Es gibt in der Bibel Verse, die schon für sich genommen eine Predigt sind. So zum Beispiel die Worte: „Er, Jesus, war im Hause Simons des Aussätzigen.“ Ein an Lepra Erkrankter, hatte damals kein Haus. Denn so jemand musste irgendwo im Freien leben. Und von weitem muss-te ihm Essen hingestellt werden. Denn er durfte nicht einmal in die Nähe seines eigenen Hauses kommen. Und darum kann „Haus Simons des Aussätzigen“ nur bedeuten: Inzwischen ist er von Jesus geheilt worden, sodass er wieder nach Hause zurückkehren konnte. In diesem Haus ist Jesus zu Gast. Und dies war für Simon sicher eine willkommene Gelegenheit, Gott zu danken. Wobei hier aber auch noch ausführlich von einer anderen solchen Möglichkeit erzählt wird. Und es geht dabei um eine Frau, die hier namentlich nicht erwähnt ist. 

 

Umso mehr wird aber betont, was sie tut. Sie hat ein kostbares Salböl bei sich. Hergestellt wurde es aus echter, indischer Narde. Diese heute selten gewordene Pflanze ist schwer zu beschaffen. Wegen ihres herrlichen Duftes wurde sie gerne zu Salböl verarbeitet. Oft wurde sie dabei mit anderen Zutaten vermischt. Manchmal war Narde jedoch der einzige Bestandteil. Und dann war das Ganze besonders wertvoll. In diesem Fall 300 Silbergroschen. So etwas zugunsten Armer zu verkaufen, ist keine schlechte Idee. Denn davon hätte ein Einzelner ein Jahr gut leben können. 30 einen Monat. Und ein kleines Dorf immerhin einen Tag. 

 

Und dieses Öl, das in vielerlei Hinsicht so viel enthält, öffnet diese Frau. Sie tut dies, um Jesus den Kopf zu salben. Und zwar nicht nur ein wenig. Sie nimmt dafür vielmehr das ganze Fläschchen. So gesehen ist es auch kein Wunder, dass einige der Anwesenden die Frau scharf kritisieren. Dass sie ihr maßlose Verschwendung vorwerfen. 

 

Aber ich freue mich darüber, wie Jesus hierauf antwortet. Er nimmt den Hinweis der Anderen auf die Versorgung von Bedürftigen sehr ernst. Er tut dies nicht einfach ab. Aber er freut sich auch über das, was diese Frau getan hat. Er sagt: „Ihr könnt immer für Arme sorgen. Aber was diese Frau getan hat, lässt sich als vorgezogene Salbung für mein Begräbnis verstehen. 

 

Das wiederum bedeutet aus meiner Sicht: Auch diese Salbung geschah unter dem Vorzeichen des Kreuzes. Denn da hat Jesus seine Liebe, die ganze Liebe Gottes hineingelegt. Sie ist unvermischt, sie gilt ganz sie gilt bedingungslos. 

 

Ich glaube, diese Frau hatte das, soweit es ein Mensch begreifen kann, begriffen. Und zum Dank für dieses Besondere wollte sie ebenfalls etwas Besonderes tun. Einen Liebesdienst, der das Bestmögliche gibt, dabei aber in aller menschlichen Unzulänglichkeit geschieht. 

 

Doch Jesus nimmt genau diesen Dienst an. Ja, jeden Dienst, der unter dem Kreuz geschieht. Denn unter diesem Vorzeichen entdecken manche auch immer wieder neue Wege des Gotteslobes. So haben in unserer Gemeinde angesichts der Coronakrise einige ihre Dienste beim Einkaufen angeboten. Im Namen Jesu helfen sie da solchen, die nun nicht gerne aus dem Hause wollen. Und auch so wird letztlich Gott verherrlicht. Denn so erfahren auch andere davon, und dadurch, und das ist

 

3.) Finden viele zu neuem Glauben  

 

Manche sagen: „Unter dem Kronenkreuz geschieht viel Gutes.“ Manche wissen jedoch mit der Bedeutung von „Kronenkreuz“ zunächst nichts anzufangen. Dabei ist dies das Zeichen für die Diakonie. Und überall, wo dieses Zeichen angebracht ist, lässt sich dadurch erkennen: Hier sind Menschen tätig, die anderen in Not helfen wollen. Sie beraten solche, die in die Schuldenfalle geraten sind. Sie organisieren zum Beispiel um die Weihnachtszeit Päckchenaktionen. Und diese Päckchen mit Nahrungsmitteln sowie warmer Kleidung kommen dann Bedürftigen zugute. Über Diakoniestationen werden ja aber auch Kranke versorgt oder diejenigen gepflegt, die das besonders brauchen. Ja, es gibt sogar diakonische Krankenhäuser oder Pflegeheime. Und wenn wir all dies betrachten, lässt sich das sogar noch bekräftigen: „Unter dem Kronenkreuz geschieht viel Gutes.“

 

Ich denke sogar, dass diese Frau, die Jesus gesalbt hat, am Anfang allen diakonischen Handelns stand. Denn ein Satz aus dem, was Jesus hier sagt, ist mir ganz besonders wichtig geworden. Nämlich diese Worte: „Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“ 

 

Das gilt. Daran gibt es nichts zu rütteln. In diesem Satz sehe ich jedoch auch noch eine weitere Bedeutung. Denn Jesus sagt ja auch an anderer Stelle: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Und das wiederum bedeutet: Die Zuwendung zu Jesus und die Zuwendung zu anderen Menschen können gar nicht voneinander getrennt werden. Wer für sich selber Seelsorge betreibt, übt damit auch Fürsorge für andere. 

 

Beides geschieht unter dem Vorzeichen des Kreuzes. Gerade auch unter diesem besonderen Vorzeichen des Kronenkreuzes. Denn in ihm ist beides verbunden. Das Kreuz weist auf das Dienen hin. Denn Jesus sagte ja selber: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“

 

Auch wir sind hier zum Dienen eingeladen. Dazu, das, was wir von Jesus an Gutem empfangen haben, dienend weiterzugeben. Dies geschieht durch das Wort; manchmal aber auch noch mehr durch die Tat. Das Kronenkreuz weist aber auch darauf hin: Jesus lebt. Er sitzt zur Rechten Gottes und herrscht in Ewigkeit. 

 

Unter diesem Vorzeichen haben schon viele zu neuem Glauben gefunden. So mancher Nichtsesshafte hatte in einer der Vesperkirchen schon Tränen in den Augen. Als er sagte: „Was ihr mir im Namen eures Gottes gegeben habt, werde ich nie vergessen.“

 

Dazu lässt sich sagen: „Ein gutes Werk getan.“ Dies geschah aus dem Glauben an Jesus heraus. Und auf diese Art hat schon manch anderer zu neuem Glauben gefunden. Jesus die Ehre zu geben und für andere zu sorgen, das lässt sich nicht trennen. 

 

Besonders zusammenfassen lässt sich dies auch noch in einem Kanon, den ich einmal gelernt hatte. Dieser lautet: „Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht.“ Oft gelingt uns dies; manchmal aber auch nicht. Und dann brauchen wir es, dass Jesus uns vergibt sowie uns mit neuer Kraft zurüstet. 

 

Noch beherrscht das Thema „Corona“ die Schlagzeilen. Aber heute werden wir wieder daran erinnert: Letztlich stehen wir unter einem anderen Vorzeichen. Nämlich unter dem des Kreuzes. Da starb einer für alle. Da entdecken manche neue Formen des Gotteslobes. Und da finden viele zu neuem Glauben. Ich wünsche uns allen, dass unser Leben, unsere ganze Lebensmelodie, von diesem Vorzeichen geprägt ist.

Amen.